Regenwassernutzung: Wertvolle Ressource für Garten und Haushalt

Redaktionsteam
07. Dezember 2020

Wasser ist eine wertvolle Ressource, mit der wir oft allzu sorglos umgehen. Im Durchschnitt verbraucht jeder Mensch in Deutschland täglich 120 Liter Wasser. Das verbrauchte Wasser muss in den Wasserwerken aufwendig aufbereitet werden, damit es wieder Trinkwasserqualität erreicht. Doch nur die Hälfte des Wassers muss diese Qualität aufweisen. Allein 40 Liter werden für die Toilettenspülung verbraucht und auch für Reinigungsaufgaben im Haushalt und die Bewässerung des Gartens wird keine Trinkwasserqualität benötigt. Was liegt also näher, als über eine Regenwassernutzung im Privathaushalt nachzudenken?

Von Regentonne bis Hauswasserwerk: Möglichkeiten der Regenwassernutzung

Sie können beträchtliche Mengen an Regenwasser in einer Zisterne oder Regentonne sammeln und diesen privaten Wasserspeicher nutzen, um Ihren Verbrauch an Trinkwasser zu reduzieren. Wenn Ihr Haus mit einem Schrägdach ausgestattet ist, sind die Voraussetzungen für die Regenwassernutzung perfekt. Die große Dachfläche reicht aus, um genug Wasser einzufangen und dank der Neigung des Dachs fließt das Regenwasser über Zuleitungen von den Dachrinnen in den Sammelbehälter. Sie möchten das Regenwasser ausschließlich für die Gartenbewässerung nutzen? Dann ist eine Regentonne, die über einen Zufluss mit der Regenrinne verbunden ist, eine gute Wahl. Technisch aufwendiger ist eine umfassendere Regenwassernutzung, bei der nicht nur der Garten, sondern auch das Haus mit Brauchwasser versorgt wird.

Anlage für die Regenwassernutzung planen

Um Regenwasser als Brauchwasser im Haushalt zu verwenden, benötigen Sie eine Zisterne, die als Wasserspeicher fungiert. Es gibt innovative Anlagen, die das Regenwasser bedarfsgerecht für die Toilettenspülung, aber auch für das Wäschewaschen einspeisen. Sie sollten die Anlage mit einem Fachbetrieb planen, um hygienische und gesundheitliche Risiken auszuschließen.

Die Anlage für die Regenwassernutzung besteht aus vier Komponenten:

  • Zisterne
  • Filter
  • Leitungsnetz
  • Hauswasserwerk

 

Die Zisterne ist der Wasserspeicher und kann unterirdisch eingebaut werden, wenn oberirdisch der Platz fehlt. Üblicherweise bestehen Zisternen aus hochwertigem Kunststoff. Wenn Sie sich für einen unterirdischen Wasserspeicher entscheiden, können Sie auch eine Betonzisterne installieren lassen. Die Zisterne ist mit einem Zulauf sowie einem Anschluss an den Abwasserkanal ausgestattet. Bei Überfüllung wird das überschüssige Niederschlagswasser einfach abgeleitet.

Das Regenwasser läuft zunächst durch einen Filter, bevor es in der Zisterne gesammelt wird. Mithilfe einer Saugpumpe wird das Regenwasser zu den Verbrauchsstellen befördert. Dafür benötigen Sie ein eigenes Leitungsnetz, denn das Regenwasser darf nicht mit dem Trinkwasser in Berührung kommen. Über eine Automatik wird der Füllstand kontrolliert und wenn der Wasserspeicher leer ist, wird einfach Trinkwasser genutzt.

Ist die Regenwassernutzung in jedem Fall sinnvoll?

Um das Regenwasser effizient zu nutzen, benötigen Sie vor allem eine ausreichend große Zisterne. Bei einer Dachfläche von 120 Quadratmeter ist eine Tankgröße von 3.000 Litern erforderlich. Außerdem muss beachtet werden, dass ausschließlich Regenwasser von sauberen Dächern genutzt wird. Das Niederschlagswasser darf beispielsweise keine Feststoffe enthalten, die zum Verschleiß der Pumpe führen.

Für die Verwendung von Regenwasser im Haushalt muss eine professionelle Anlage, deren Anschaffung mehrere Tausend Euro kostet, installiert werden. Sie benötigen eine elektrische Pumpe für die Zisterne und ein separates Rohrnetz im Haus. Aus diesem Grund werden derartige Anlagen meist nur bei Neubauten oder grundlegenden Sanierungen eingeplant. Regenwasser eignet sich sehr gut für die Toilettenspülung, aber auch zum Wäschewaschen. Da Regenwasser sehr weich ist, setzt sich kaum Kalk in der Waschmaschine ab und Sie sparen nicht nur Waschmittel, sondern auch den Enthärter.

Wenn Sie Regenwasser ausschließlich für die Bewässerung Ihres Gartens verwenden möchten, ist eine Nachrüstung jederzeit mit wenig Aufwand möglich. Eine ausreichend große Regentonne wird mit der Dachrinne verbunden. Auf diese Weise steht Ihnen jederzeit weiches Regenwasser zur Verfügung, das sich hervorragend für die Gartenbewässerung eignet.

Was geschieht mit dem Wasser in der Regentonne im Winter?

Im Winter wird das Wasser nicht für die Gartenbewässerung benötigt. Die meisten modernen Regentonnen befüllen sich nur maximal zu 75 Prozent. An regenreichen Tagen fließt überschüssiges Regenwasser über die Fallrohre in die Kanalisation. Dank dieses Puffers von 25 Prozent kann sich das Regenwasser beim Gefrieren ausdehnen, ohne dass die Regentonne beschädigt wird. Bildet sich jedoch bei anhaltendem Dauerfrost und tiefen Minusgraden in der Tonne eine zweite Eisschicht, muss diese zerschlagen werden, um Beschädigungen an der Regentonne zu verhindern. Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte die Tonne vor dem Winter komplett entleeren und den Innenraum reinigen.

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