Dachausbau: Vergrößern Sie die Wohnfläche Ihres Hauses

Redaktionsteam
25. August 2020

Der Ausbau des Daches vergrößert den Wohnraum eines Hauses erheblich und ist in den meisten Fällen einfacher und kostengünstiger als ein Anbau. Ein durchschnittlicher Dachboden hat in Deutschland eine Grundfläche von mehr als 60 Quadratmeter, die meist ungenutzt brachliegen. Während es oft schwierig ist, für einen Anbau eine Baugenehmigung zu erhalten, ist diese beim Dachausbau nach Absprache mit der Baubehörde meist gar nicht erforderlich. Das erleichtert die Planung und beschleunigt das Projekt „Dachausbau“ erheblich. Das Entkernen des Dachbodens erledigen viele Bauherren in Eigenregie. Für das Entfernen von asbesthaltigen Baustoffen müssen Sie allerdings einen zertifizierten Fachbetrieb beauftragen.

Was sollte bei der Planung des Dachausbaus beachtet werden?

In vielen Häusern ist der Dachboden nichts weiter als ein schlecht gedämmter Bereich, der als Abstellfläche dient. Aufgrund der mangelhaften Dämmung ist das weitgehend leere Dachgeschoss dafür verantwortlich, dass wertvolle Heizenergie entweicht. Beim Dachausbau sind folgende Bereiche zu beachten:

  • Isolierung: Dämmung des neuen Wohnraums
  • Einbau einer Heizung
  • Einbau von Fenstern oder Gauben
  • Verlegen eines Bodenbelags
  • Verlegen der Elektroinstallationen

Isolierung: Dämmung des neuen Wohnraums

Eine geeignete Isolierung mit Dämmmaterialien schützt im Winter vor Kälte und sorgt im Sommer dafür, dass sich der Wohnraum unter dem Dach nicht übermäßig aufheizt. Es gibt folgende Arten der Dämmung:

  • Zwischensparrendämmung
  • Untersparrendämmung
  • Aufsparrendämmung

 

Die Zwischensparrendämmung und die Untersparrendämmung sind weniger aufwendig, denn dabei ist es nicht notwendig, das Dach neu zu decken. Die Dämmung wird innen, unter dem gedeckten Dach, angebracht. Üblicherweise wird das Dämmmaterial zwischen die Dachsparren geklemmt. Ist der Platz dort nicht ausreichend, muss das Dämmmaterial unter den Dachsparren befestigt werden. Dabei geht jedoch viel Platz verloren. Die Aufsparrendämmung ist geeignet, wenn die Wohnfläche auf dem Dachboden maximiert werden soll. Dafür muss man allerdings zunächst das Dach abdecken. Dann werden die Dämmstoffe auf den Dachsparren befestigt und das Dach anschließend neu gedeckt. Diese Methode wird auch gewählt, wenn die Dachbalken sichtbar ins Raumkonzept integriert werden. Trockenbauplatten verdecken die Dämmmaterialien, sodass Sie die Wände streichen oder tapezieren können.

Einbau einer Heizung

In den meisten Fällen ist es möglich, im Dachgeschoss Heizkörper zu installieren und diese mit dem bestehenden Heizsystem zu verbinden. Eine weitere Option ist der Einbau einer Infrarotheizung, denn dafür ist nur ein Stromanschluss erforderlich.

 

Einbau von Fenstern oder Gauben

Die meisten Dachböden verfügen nur über kleine Dachfenster oder -luken. Deshalb ist es sinnvoll, ein oder mehrere Dachfenster einzubauen, die ausreichend Tageslicht in den neu geschaffenen Wohnraum lassen. Besonders viel Licht gelangt durch großzügige Dachflächenfenster in das Dachgeschoss. Diese Dachfenster sind auch als Schallschutzfenster verfügbar, die außerdem eine sehr gute Wärmedämmung aufweisen. Schallschutzfenster sind besonders sinnvoll, wenn im Dachgeschoss Schlafzimmer untergebracht werden und sich das Haus an einer Hauptverkehrsstraße, in der Nähe eines Flughafens oder an einer Bahnstrecke befindet.

Eine andere Möglichkeit, für ausreichendes Tageslicht zu sorgen, sind Dachgauben. Damit wird zusätzlich der Bereich, in dem man stehen kann, erweitert. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Sonnenstrahlen nicht senkrecht auf die Fenster treffen. Auf diese Weise wird ein zu starkes Aufheizen im Sommer vermieden. Es gibt verschiedene Arten von Dachgauben, wobei die bestehende Dachform die Auswahl einschränkt.

Eine Alternative zur Gaube ist der Dacherker oder Zwerchgiebel, bei dem quer zum Hauptdach ein Dachaufbau gesetzt wird, der mit einem kleinen Dach ausgestattet ist. Traufe und First verlaufen quer (= zwerch) zum Hauptdach, daher wird ein solches Dach auch als Zwerchdach bezeichnet. Im Gegensatz zur Gaube schließt der Dacherker mit der Hauswand ab und ist eine eigene Dachkonstruktion. Die Gaube ist ein eingebautes Dachelement. Wenn Sie sich für den Einbau einer Gaube oder eines Erkers entscheiden, ist in jedem Fall eine Baugenehmigung erforderlich, da die Dachform verändert wird.

Verlegen eines Bodenbelags

Das Thema Schallschutz sollte auch bei der Auswahl eines Bodenbelags beachtet werden. Der Einbau einer Trittschalldämmung reduziert die Lärmentwicklung und sorgt in den unteren Etagen für Ruhe.

Verlegen der Elektroinstallationen

Diese Aufgabe sollte unbedingt einem Fachmann übergeben werden, um das Brandrisiko zu minimieren. Der finanzielle Aufwand hält sich meist in Grenzen.

Beim Dachausbau ist vieles zu beachten. Wenn Sie jedoch eine hochwertige Isolierung anbringen, großzügige Fenster oder eine Gaube einbauen und sowohl die Heizung als auch die Elektroleitungen verlegen lassen, wird die Wohnfläche des Hauses erheblich vergrößert. Förderprogramme der KfW Bank erleichtern die Investitionen: Bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten können als Zuschuss gewährt werden. Außerdem werden zinsgünstige Kredite vergeben, die ebenfalls Tilgungszuschüsse beinhalten. Ob der von Ihnen geplante Dachausbau die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt und welches Förderprogramm in Betracht kommt, können Sie problemlos mit unserer Fördermittelsuche feststellen.

 
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